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Grundstufe

Die Grundstufe – Der Beginn der Schulzeit

Mit der Grundstufe beginnt die Schulzeit. Der Übergang vom Kindergarten in die Schule wird behutsam gestaltet, um den Kindern einen positiven Start in diesen neuen Lebensabschnitt zu ermöglichen. In kleinen Lerngruppen von maximal sechs Schülerinnen und Schülern steht eine ganzheitliche, pädagogisch-therapeutische Förderung im Zentrum, die den individuellen Voraussetzungen jedes Kindes gerecht wird. Die Grundstufe umfasst die ersten vier Schuljahre.

Grundlagen und pädagogische Leitlinien der Grundstufe

Der Unterricht orientiert sich an den Bildungsplänen für den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung (GENT) und dem Bildungsplan für körperliche und motorische Entwicklung (KMENT).  Dabei wird in der Regel fächerübergreifend und sehr praxisorientiert gearbeitet. Um passgenaue Angebote in den Bereichen Kommunikation, Bewegung und Wahrnehmung zu schaffen, arbeiten die pädagogischen und therapeutischen Fachkräfte eng zusammen. Ziel dieses interdisziplinären Ansatzes ist es, die Selbstwirksamkeit der Kinder durch handlungsorientierten Unterricht nachhaltig zu stärken.

Im Mittelpunkt steht die Förderung der individuellen Selbstwirksamkeit: Wenn ein Kind erfährt, dass seine Lautäußerungen, Bewegungen oder auch ein bewusstes Innehalten wahrgenommen und beantwortet werden, begreift es sich als handelndes Subjekt. Dieses Gefühl der Selbstwirksamkeit ist der Schlüssel für Selbstvertrauen und die Erweiterung des eigenen Interaktionsradius. Damit diese Entwicklung gelingen kann, ist der Schulalltag stark ritualisiert. Klare Strukturen und feste Tagesabläufe vermitteln die nötige Sicherheit und Stabilität.

Unterrichtsinhalte: Lernen mit allen Sinnen

Der Unterricht in der Grundstufe ist lebensweltorientiert und ganzheitlich gestaltet. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Psychomotorik und der basalen Stimulation. Da die Schülerinnen und Schüler die Welt primär über ihre Sinne erfahren, werden Lerninhalte über taktile, auditive und visuelle Reize vermittelt. Lebenspraktische Felder wie die Körperpflege oder gemeinsame Mahlzeiten sind zentrale Lernorte für Motorik und Selbstständigkeit.

  • Kommunikation & Teilhabe: Ein Hauptaugenmerk liegt auf der Unterstützten Kommunikation (UK). Ob durch Gebärden, Symbole oder elektronische Taster – die Erweiterung der kommunikativen Fähigkeiten stehen an erster Stelle, um Bedürfnisse auszudrücken und am sozialen Leben teilzuhaben.
  • Bewegungsentwicklung und Wahrnehmungsförderung: Vielfältige Angebote in unterschiedlichen Körperpositionen ermöglichen es den Kindern, ihren eigenen Körper und ihre Umwelt bewusst wahrzunehmen. Gezielte körpernahe Anregungen (z. B. durch Spüren, Schwingung oder Gleichgewicht) fördern die Wahrnehmung der eigenen Körpergrenzen und schaffen die Basis für Kontakt und Interaktion. Hilfsmittel wie Rollbretter oder Walker unterstützen dabei die motorische Entwicklung.
  • Sachthemen: Inhalte aus Natur und Umwelt werden als unmittelbare Sinneserfahrung vermittelt – etwa durch das Spüren von Erde, Wasser oder Wind.

Bei der Auswahl von Unterrichtsthemen, Geschichten und Liedern werden die Entwicklung und die Interessen der Kinder berücksichtigt. Außerdem strukturieren jahreszeitliche Bezüge das Schuljahr und machen abstrakte Zeiträume erlebbar. Feste und Geburtstage werden als Höhepunkte der sozialen Gemeinschaft intensiv und altersgerecht gefeiert.

Zusammenarbeit mit Eltern und außerschulische Lernorte

Besonders wichtig ist die enge Erziehungspartnerschaft mit den Eltern. Ein regelmäßiger Austausch stellt sicher, dass Schule und Elternhaus gemeinsam einen stabilen Entwicklungsrahmen gestalten.

Auch außerschulische Lernorte gewinnen im Laufe der Grundstufe an Bedeutung: beispielsweise sind regelmäßiges Schwimmen, Reiten sowie kleine Einkäufe und Ausflüge feste Bestandteile des Stundenplans. Am Ende der Grundstufe gilt es, den Übergang in die Hauptstufe und somit in die Jugendlichkeit vorzubereiten, zum Beispiel durch stufenübergreifende Angebote.

Grundstufe im Garten